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J.L. Lessing

Duits

Biografie

5.6 / 10
6e klas vwo
  • Danny
  • Duits
  • 5034 woorden
  • 8054 keer
    11 deze maand
  • 8 juli 2001
1. “Lessings Leben”

Am 22. Januar 1729 wird Gotthold Ephriam Lessin als älterster Sohn des Pastor Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justine Salome geboren. Sie hatten zwölf kinder, davon zehn Söhne.
Er besucht der Fürstenschule St. Afra in Meißen. Hier erwirbt Lessing besondere Kenntnisse der alten sprachen und der Mathematik. Ein Jahr früher als üblich kann er die Schüle verlassen. Im Jahren 1746 fängt er an mit sein Studium an der Leipziger Universität. Zunächst wird Lessing an der theologischen Fakultät immatrikuliert. Daneben widmet er sich der Mathematik, Chemie, Archäologie, Philosophie und Philogie. Zu Ostern 1748 wechselt er zur Medizin über. Bereits im Jahren 1747 würden die erste Gedichte und Erzählungen veröffentlicht. (durch seinen Vetter, der Literat und Redakteur ist. Christlob Mulius – Zeitschriften “Naturforscher”) Außerdem entstehen drei Schauspiele, nämlich “Damon”, “Der junge Gelehrte” und “Der Misgyn”. “Der junge Gelehrte” wird mit Erfog von der Neuberschen Truppe uraufgeführt. Aber wegen finanziellen Ruins der Schauspieltruppe, für die Lessing gebürgt hat, muß er im Jahre 1748 nach Wittenberg fliehen.
Lessing geht vor den Forderungen seiner Gläubiger nach Berlin, wo er als freier Schriftsteller und Journalist lebt. Februar 1751 übernimmt Lessing die Redaktion einiger Zeitschriften.
Im Jahre 1752 zieht er um nach Wittenberg, um das Studium mit dem akademischen Grad eines Magister der Philosophie abzuschließen. Wieder in Berlin bereitet Lessing eine Sammlung seier Schriften vor, die ab 1753 erscheinen.
Er verfaßt theoretische Schriften über das Theater und er lernt Voltaire kennen. Aber er gerät durch ein Ungeschick in Streit mit diesem von Friedrich II. bewunderten Mann. Er geht beziehungen an zu viele Verleger und Schriftsteller.
Im Jahre 1755 wird das Trauerspiel “Miss Sara Sampson” uraufgeführt durch die berühmte Ackermann’sche Truppe in Frankfurt an der Oder. Lessing wird mit einem Schlage berühmt. Es entstehen die “Briefe, die neueste Literatur betreffend”, in denen Lessing seine ästhetischen Ansichten erläutert, die ihn immer weiter von der französischen Literatur entfernen.
Im Jahre 1767 wird er Dramaturg und Kritiker am neugegründeten Nationaltheater in Hamburg. In dasselbe Jahr fällt auch die Uraufführung des Lustspiels “Minna von Barnhelm” am 30. September in Hamburg. Während der Tätigkeit am Nationaltheater verfaßt Lessing seine “Hamburgische Dramaturgie”. Am 25. November 1769 wird das Nationaltheater aufgelöst. Der erwartete Zuspruch des Publikums war ausgeblieben. Die Geldgeber sperrten schließlich die Zuschüsse.
Im Jahre 1771 verlobt er sich mit der Witwe Eva König geb. Hahn. Und 5 Jahre später war die Eheschließung. Sie bekommen einen Sohn, sondern er stirbt nach 24 Stunden. Kurz darauf, zum Jahreswechsel, stirbt auch Lessings Frau.
Nach dem “Anti-Goeze” mischt sich das konsistorium ein. Lessing werden derartige Schriften untersagt. Daraufhin entsteht das dramatische Gedicht “Nathan der Weise”, das 1779 erscheint.
Lessing stirbt am 15. Februar 1781 an einem “Schlagfluß” in Braunschweig.

2. “Geschichtliche Hintergrund”

Das Leben und Werk Lessings fällt in das Zeitalter des Absolutismus, das die Epoche der Glaubensspaltung und Glaubenskriege ablöste. Der Absolutismus ist eine Regierungsform, bei der der Träger der Staatsgewalt gegenüber seinen Untertanen unbeschränkte Macht bestizt. Der Begriff der Staatsraison wurde entwickelt, wobei der Nutzen des Staates alleinige Richtschnur für das politische Denken und Handeln war. Unter Ludwig XIV. Erreichtte der monarchische Absolutismus seine Vollendung; Frankreich wurde ein zentralistischer Beamtenstaat mit Fachministern und Vertretern des Königs in den Provinzen und ein stehendes Heer wurde geschaffen.

An Ludwig des XIV. Hof von Versailles erlebte die Kultur eine glanzvolle Blüte und wurde beispielhaft für das übrige Festland-Europa. Französische Sitte und Sprache wurden auch im deutschen sprachraum in den gehobenen Ständen maßgebend. Dieser Einfluß blieb auch noch bis Ende des 18. Jahrhunderts entscheidend, in der Zeit des Wirkens Lessings.
Zwar war durch die Geistesbewegung und der Aufklärung der Boden für die Französische Revolution und liberale Verfassungen bereitet; aber noch war der Monarch der Mittelpunkt eines Staatsgebildes. Friedrich der Große war der beherrschende Geist unter den deutschen Fürsten, wobei auch er in der Nachahmung von Versailles keine Ausnahme bildete. Aber schon der Name “Alter Fritz” zeugt von einer Art leibevoller Vertraulichkeit, wobei das Beiwort “der Große” Friedrich II. von dem politisch Erreichten her ins rechte Licht zu rücken weiß. Friedlich II. gewährleistete die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit, versuchte dabei jedoch, die Kirchen zum Instrument staatlicher Erzeihung zu machen.
Als größtes Land des Deutschen Reiches setzte Preußen das Machtstreben der Hohenzollern gegen die Hegemoniebestrebungen des habsburgischen Kaiserstaates. In Schatten des weltgeschichtlichen Ringens zwischen England und Frankreich, das zur ersten großen Auseinandersetzungen in Übersee führte, konnte Preußen unter Friedrich II. den Rang einer Großmacht neben dem Österreich Maria Theresias erreichen.
In den Schlesischen Kriegen von 1740-42 und 1744-45 eroberte Friedrich II. fast ganz Schlesien und die Grafschaft Glatz. Österreich verbündete sich mit Sachsen, Rußland und Frankreich.
Mit dem Einfall Friedrichs des Großen in Sachsen begann am 29. August 1756 der Siebenjährige Krieg in dessen Verlauf sich Österreich nach und nach mit Rußland, Frankreich, Sachsen-Polen, Schweden und der Reichsarmee verbündete, um das von Preußen in den Schlesischen Kriegen eroberte Schlesien zurückzugewinnen. Es wird ein komplizierter Streit. Aber der 15. Februar 1763 ist der Tag der Friede zu Hubertusburg zwischen Österreich, Preußen und Sachsen. Preußen behält Schlesien.

3. “Kurzer Abriß des Inhalts”

Der aus Kurland stammende Major von Tellheim, der im Siebenjährigen Krieg an der Seite Preußens gekämpft hat, wird nach dem Friedensschluß von Hubertusburg wegen ehrenrühriger Verdächtigungen verabschiedet. Von Tellheim hatte nach dem Sieg in Sachsen den Landständen aus menschlicher Großzügigkeit lediglich die Mindestkontribution abverlangt. Die Beamten der Kriegskassa, hatten dann vermutet, Tellheim habe sich von den Ständen bestechen lassen, um nur das festgestzte Minimum der Kriegssteuern einzutreiben. Nun lebt der verabschiedte Major, der im Krieg verletzungen davon getragen hat, in seiner Ehre gekränkt und mittellos in einem Berliner Gasthof. Hierzu wurde er durch schriftliches Ehrenwort verplichtet, bis die Untersuchungen über seinen Fall abgeschlossen würden.
In Sachsen hatte er durch sein mensliches und ehrenhaftes Verhalten die Liebe des Fräuleins von Barnhelm errungen und sich mit ihr verlobt. Da Minna von dem verzweifelten Tellheim nichts mehr hört, reist sie nach Berlin, um ihren Verlobten zu suchen. Gemeinsam mit ihrer Zofe Franziska nimmt sie im “König von Spanien” Quartier, wo der Wirt dem zahlungsunfähigen Tellheim das Zimmer ohne dessen Wissen geräumt hat, um es dem Fräulein zur Verfügung zu stellen.
Minna muß erleben, daß der Major den Verlobungsring versetzt hat, um seine Mietschulden zahlen zu können. Ihrer Freude über das Wiederfinden setzt Tellheim sein gekränkte Ehre entgegen, die ihm nach seiner Ansicht verbietet, die Verbindung mit Minna aufrecht zu erhalten. Da greift Minna zu einer List. Sie stellt sich als entebt dar, da sie seinetwegen von ihrem Onkel gewünschte Freier abgewiesen habe. (Sie steht unter der Vormundschaft ihres Onkels, der zu diesem Zeitpunkt in Italien weilte und so von der Verbindung seiner Nichte keine Kenntnis hatte) Tellheims Hilfsbereitschaft ist heraus gefordert und die List gelingt, zumal der Major erfährt, daß er vom König rehabilitiert wurde. Doch das glückliche Ende scheint erneut in Frage gestellt. Nun ist es nämlich Minna, die sich wegert und ein Verwechlungsspiel mit den Verlobungsringen inszeniert. Sie gibt Tellheim seinen beim Wirt versezten und von ihr bereits wieder eingelösten Ring zurück, der annehmen muß, Minna wolle mit der Aushändigung ihres Ringes die Verlobung lösen. Da er beim Wirt erfährt, Minna habe seinen Ring eingelöst, glaubt er an eine Intrige ihrerseits, um mit ihm brechen zu können.
Minna erkennt, daß sie ihr Spiel zu weit getrieben hat. Die Ankunft ihres Onkels in Berlin löst die verzwichte Situation. Die Liebenden versöhnen sich. Dem “Happy End” steht nichts mehr im Wege. Auch für ein zweites Paar gibt es einen glücklichen Ausgang; Franziska und Tellheims Wachtmeister Werner beschließen, für das weiter Leben beisammenzubleiben. Wichtige Randfuguren sind ferner der treue Diener Just, der neugierige Wirt, der französische Kavalier und Spieler Riccaut de la Marlinière.

4. “Entstehung und Wirkung des Stückes”

Als “wahrste Ausgeburt des Siebenjährigen Kreiges” hat Goethe das Lustspiel “Minna von Barnhelm” bezeichnet. Goethe sah in dem Stück die “erste aus dem bedeutenden Leben gegriffene Theaterproduktion, von spezifisch temporärem Gehalt”.
Nun ist die “Minna von Barnhelm” in der Tat ein Kind ihrer Zeit und aus direkter Anschauung geboren. Sollte der zeitliche Gehalt auch nicht überwertet werden, so ist das direkte Erleben der Kriegs- und Nachkriegssituation doch deutlich spürbar und sicherte in der Zeit des Erscheines dem Stück sicher auch einen Teil seines Erfolgs.
Die edlen Offizierspersönlichkeiten wie Tellheim und die treuen Gefolgsleute wie Werner hatte Lessing während seiner Dienstzeit beim General von Tauentzien kennengelernt. Durch Vermittlung von Freunden war Lessing mit Ewald von Kleist bekannt geworden. Dan zog Kleist, ein preußischer Major, in den Krieg. In der Schlacht von Kunersdorf fiel er. Lessing litt sehr unter dem Tod seines Freundes. Nach einem Besuch an dessen Grab in Frankfurt an der Oder nahm Lessing die Stelle eines Sekretärs Tauentziens in Breslau an.
Er bezog mit dem General Quartier im Dorf Pelle und begleitete Tauentzien nach Potsdam. Er lernte fast alle Offiziere der Preußischen Armee kennen, und darunter manchen vortrefflichen Mann, der von der Kriegsfama nicht ausposaunt, noch dem Könige so bekannt wurde, als er es verdiente. Er sah, wie die größten Begebenheiten ohne Absicht entstanden; wie Zufall oft schlechte Sachen gut, und gute schlecht machte; wie den Großen oft Dinge zugeschrieben werden, die sie dem Verstande und der Herzensgüte ihrer Untergebenen zu verdanken haben. Nach der Rückkehr nach Breslau verfaßte Lessing das Konzept zu “Minna von Barnhelm”.
So ist Lessings Mitteilung unter dem Titel der Urhandschrift zu verstehen, daß die Komödie “verfertigd im Jahre 1763” sei. Minna von Barnhelm spielt denn auch am 22. August 1763 in Berlin.
Im nächsten Jahr erkrankte Lessing an lebensgefährlichem Fieber. Er berichtete nach seiner Genesung am 20. August über sein Werk, daß er brannte vor Begierde die letzte Hand an seine “Minna von Barnhelm” zu legen. Aber “wenn es nicht besser, als alle meine bisherigen dramatischen Stücke wird, so bin ich fest entschlossen, mich mit dem Theater gar nicht mehr abzugeben”. 1765 schließlich ging Lessing mit Ramler das Lustspiel Akt für Akt durch, bevor er eine Reinschrift verfertigte. Das Stück erschien Ostern 1767 in Berlin.

5. “Typen und Gestalten”

Minna von Barnhelm, die ebenso schöne wie auch reiche Erbin des Grafen von Bruchsall, ist von ihren Gütern aus Sachsen nach Berlin gereist, um ihren Verlobten zu finden. Sie begegnet uns als ein selbstbewußtes aber gutherziges Mädchen. Sie glaubt an Vorahnungen und gefühlsmotive sind es auch, die sie zu impulsivem, aber zielstrebigem Handeln führen.
Anderseits ist sie die “kluge Sächsin”. Sie ist davon überzeugt, daß Tellheims affärre mit dem sieg der Wahrheit enden wird und hält de menschen für wichtiger als die Umstände.
Vielmehr entspricht es Minnas allgemeiner sozialer Haltung, so und nicht anderes mit ihren Untergebenen und den Menschen ihrer Umgebung umzugehen. Die kammerjungfer Franziska ist ihr sogar eher Freundin als Untergebene, eher Vertraute als Dienerin. Ihre humane Denkungsart harmoniert damit vortrefflich. Sie heißt Franziska Geld mitzunehmen um dem “ersten blessierten armen Soldaten” etwas zustecken zu können, wenn sie angesprochen würden.
In Minna’s Händen liegt die Initiative. Sie führt den Kampf um Tellheim und sie siegt in diesem Kampfe, standig getragen von einem bemerkenswerten Lebensoptimismus.
Das Publikum sieht sich einer der liebenswertesten literarischen Gestalten der deutschen Aufklärung gegenüber. Minna von Barnhelm ist in ihrem Streben nach “individueler vervollkommung” ganz ein Kind ihres Jahrhunderts.

Major von Tellheim, ein aus Kurland stammender Adeliger, hat sich während des Krieges auf preußischer Seite tapfer geschlagen. Mehr als einmal hat er sein Leben gewagt, um das anderer zu retten. Ein richtiger Held. Die Tragik seines Schicksal will es, daß ihm eine in Kriegszeiten aus Großmut begangene Handlung im darauffolgenden Frieden so sehr zum Schaden gereicht, daß seine Existenz bedroht ist. Er vermag sich nicht damit abzufinden ,vor der Geliebten als abgedankter, verletzter und verarmter Offizier zu stehen, gegen den noch dazu ehrenrühige Vorwürfe erhoben werden. Er sieht sich als einem Elenden und meint daß ihm Vernuft und Notwendigkeit befehlen, Minna zu vergessen.
Major von Tellheim kämpft auch gegen die preußische Heeresbürokratie um seine Rehabiliterung. Er will nicht Gnade, sondern Gerechtigkeit.
Seine Auffassung vom Beruf des Soldates entbehrt nicht eines zeitkritischen Akzents; “Man muß Soldat sein für sein land oder aus Liebe zu der Sache, für die gefochten wird. Ohne Absicht heute hier, morgen da dienen, heißt wie ein Fleischerknecht reisen, weiter nichts. Teillheim motiviert später; “Ich ward Soldat aus Parteilichkeit, ich weiß nicht, für welche politischen Grundsätze, und aus der Grille, daß es für jeden ehrlichen Mann gut sei, sich im diesem Stande eine Zeitlang zu versuchen.
Ähnlich wie zwischen Minna und Franziska finden sich zwischen dem preußischen Offiziers Tellheim und seinem bürgerlichen Wachtmeister Werner kameradschaftliche Bindungen, die nicht als zeittypisch verstanden werden können, sondern über die ständischen Denkmodelle der Gegenwart Lessings hinausweisen.
Das königliche Vorbild fördert Tellheims Tatendrang und seinen Ehrgeiz. Er entwickelt in sich besondere sittliche Werte. Er erlegt den Ständen die geringste der möglichen Kriegskontributionen auf und streckt ihnen sein gesamtes Vermögen zur Bezahlung der noch immer sehr erheblichen Forderungen vor. Gerade diese Handlung aus dem Motiv höchster Ehrenhaftigkeit wird zum Anlaß, daß Tellheim aller Ehrungen zunächst verlustig geht.
In der Gestalt des Tellheim fließen die Wirkungen von persönlichen Anlagen, Standes- und Zeitverhältnissen zu einem überzeugenden Charakter zusammen.

Franziska Willig, die wie ihre Herrin einundzwanzig Jahre alte und mit ihr erzogene kammerjungfer ist zugleich deren Freundin und Vertraute, ohne daß die Schranken zwischen ihnen gänzlich fall würden.
Franziska ist ebenso lebenslustig, aufgeschlossen und ehrlich wie ihre Herrin. Stets sagt Franziska ihre Meinung, auch wenn sie dafür angeherrscht wird. Ihr geht das Spiel mit dem ehrsamen Tellheim zu weit, und so kann sie auch ein bißchen Schadenfreude nicht verhehlen, als die List für Minna beinahe schlecht ausgeht. Franziskas Charakter ist nicht ganz so vielschichtig wie der Minnas, sondern einfacher, geradliniger. Neben die Keckheit tritt eine weitere Eigenschaft, die Franziska von Minna unterscheidet; die Güte. Minna setzt mit ihrem mangel an Güte beinahe am Ende ihr Glück aufs Spiel. Franziska dagegen tut die geplante List ihrer Herrin von Anfang an Leid. Sie weiß, wie elend sich Tellheim fühlt und meint, er habe neben all seinem Kummer nicht auch noch den Mutwillen Minnas verdient.
Eines scheine die beiden sächsischen Mädchen gemeinsam zu besitzen; eine handfeste Tatkraft im Ergreifen ihres Glück. Auch Franziska scheut sich nicht, Werner zu verstehen zu geben, daß sie ihn mag.

Paul Werner, der etwas täppische Soldat aus Leidenschaft ist zwar ein Haudegen, wird aber als ehrenhafter, treuer und gutmütiger Kerl geschildert. Sein Schulzengericht hat er verkauft, weil ihm das friedliche Leben zu langweilig wird. Er ist so recht ein eltenbummier, der durch das Kriegshandwerk in fremde Länder kommen will. Es macht ihm nichts aus, sich fremden Mächten zu verdingen, und zu damaligen Zeiten war dies ja auch durchaus nicht ehrenrühig.
Durch den Einsatz seines Lebens kann er ein hübsches Vermogen verdienen – oder sterben. Diese beiden Möglichkeiten sieht er auch ohne Illusionen. Werner tritt mit der Auffassung zu Soldatentum in krassen Gegensatz zu Tellheim, der aus Überzeugung in den Krieg sieht.
Sein Standesbewußtsein als preußischer Wachtmeister erlaubt es Werner zB. nicht, etwa den Wirt einfach hinterrücks zu zweit mit Just niederzuhauen oder ihm sein haus anzustecken. Dies sind für Werner ehrenrühige Handlungen, die er selbst für einen guten Zweck nicht begehen kann. Sein Stolz und seine Treue beweisen sich auch gegenüber Tellheim.
Wenn Tellheim ihm in letzter Konsequenz deutlich macht, daß er nicht Werners Schuldner sein wolle, so ist der treu ergebene Wachtmeister zu Recht gekränkt; er wird nicht für würdig befunden, dem Major in menslicher Ebenbürtigkeit ohne Rücksicht auf Standesdünkel beistehen zu dürfen.

Just, steht sowohl standesmäßig als auch charakterlich unter Werner, ohne dabei jedoch minderwertig zu wirken oder ein belachenswerter Narr zu werden. Er hat seine guten Seiten neben den sichtbaren Schwächen, die sich besonders in seinen einfachen und nicht sehr feinen Rachegelüsten manifesteren. Just würde für seinen Herrn betteln und stehlen, sengen und brennen, ein Mädchen schänden und aus dem Hinterhalt einen hilflosen Mann überfallen. Er ist bereit, für den, den er liebt, alle Unbill zu ertragen, wenn er nur nicht verstoßen wird. Just ist der treue Pudel, mit dessen Geschichte er sich das Blieben bei seinem Herrn erbettelt.
Just kann geradezu frech sein, wenn es heißt, Leute, die sein Herr offenbar nicht sehen will, von ihm fernzuhalten. Dabei ist es ihm egal, ob der so Angesprochene eine Person von Stand ist oder nicht. Er macht aus seinem Herzen auch keine Mördergrube, wenn es um seine Abneigung gegen Frauen geht. Er will seinen Herrn für sich allein. Er empfindet eine ganz primitieve Eifersucht allem gegenüber, mit dem er Tellheim teilen müßte. Und wenn sich Damen gar als “Schwestern” des Majors bezeichnen, sind sie für ihn sogleich ein Grund zum Mißtrauen.
Seine einfache Art läßt dabei keine Nuancen in der Reaktion zu; er weiß sich Oberen gegenüber nicht anders zu geben als bei seinesgleichen. Darum darf er auch getrost ein Schnäpschen vom Wirt annehmen und diesen zugleich weiter beleidigen.
Der Wirt, ist doch eine Konzession an alte Lustspieltraditionen. Der Wirt ist – zurecht bezeichnet ihn Just so – ein Schurke, wenn auch einer, dem man das Lachen trotz seiner Schlechtigkeit nicht entziehen kann. Er versucht das Beste für sich aus jeder Situation heraus zuholen, ist falsch und habgierig. Er lügt wie gedruckt und erzählt jedem, was er hören will. Er läßt sich als Spitzel der preußischen Behörden mißbrauchen, was seiner natürlichen Neugierde stark entgegenkomt. Seine Freundlichkeit reicht soweit wie das Geld seiner Gäste. Er ist schwatzhaft und von kleinlicher Gehässigkeit. Und dennoch haßt man ihn nicht, weil er als Typ verstanden wird, der bewußt überzeichnet wurde.

Riccaut de la Marlinière, ist ein Glückspieler. Vielleicht hat die Figur Lessing aus diesem Grunde so gereizt, daß er sie in einer so breiten Szene hat auftreten lassen; war er doch selbst dem Spiel verfallen und verbrachte eine große Zeit mit dieser Beschäftigung.
Außerdem ist er bewußt als verabschiedeter Soldat in Gegensatz zu Tellheim gesetzt. Beide haben dasselbe Schicksal, wobei man Riccaut nicht ganz abnehmen will, daß er so ganz unschuldig den Dienst quittieren mußte. Während Tellheim sein Los ehrenhaft, wenn auch verzweifelt trägt und dagegen anzukämpfen versucht, entgleist Riccauts Leben. Er wird ein Spieler und Betrüger.
Riccaut ist auch ein Gegentypus für Paul Werner. Beides sind Berufssoldaten, Söldner, die den Kampf zur Verdienstquelle gemacht haben. Statt nach seiner Verabschiedung eine ehrenvolle Arbeit anzunehmen oder sich – wie Werner – zunächst eine andere Existenz zu schaffen, bessert Riccaut durch Falschspiel seine Finanzen auf. Seine angeblichen Kontakte zu hochgestellten Persönlichkeiten sind Hochstapelei. Dieser Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist bestimmend für seine ganze Erscheinung.
Riccaut ist nicht unabsichtlich von Lessing als Franzose gestaltet worden. Lessing hat natürlich darin eine kleine Rache gesucht für die Widerwärtigkeiten, die er selbst unter dem Einfluß von Franzosen zu erleiden hatte. Außerdem machte er bewußt die französische Art lächerlich, um desto stärker die deutschen Qualitäten in seinem Publikum ins Bewußtsein zu rücken.

Witwe Marloff, hat nur mittelbare Bedeutung, obwohl auch sie während ihres kurzen Auftritts liebevoll als Charakter ausgefeilt wurde. Sie soll den Großmut Tellheims beweisen helfen, wenn er auf das ihm zustehende Geld verzichtet. Dabei ist sie gezeichnet als eine Frau von Ehrenhaftigkeit und Stolz, der es schwerfällt, Almosen anzunehmen. Sie tut es ihres Kindes wegen und scheut sich auch nicht, dann ihren Dank klar auszusprechen, obwohl ihr Tellheim durch das Leugnen einer Schuld die Möglichkeit gegeben hätte, ihm den Dank schuldig zu bleiben.

Graf von Bruchsall’s auftritt ist notwendig, um alles wieder ins rechte Lot zu bringen. Er ist dem Krieg aus dem Wege gegangen und hat sich während dieser Zeit außer Landes aufgehalten. Offenbar ist er also ein Feingeist, der die Wirren eines Kampfes nicht gern erträgt. Seine Gefühle Minna gegenüber sind liebevoll und zugleich großzügig.
Er heißt ihre Wahl gut und legt ihr keinerlei Steine in den Weg.

6. “Das Problem der Ehre”

Der Lustspielstoff entwickelt sich aus folgender Problematik; eine Tugend, die Ehre, wird zur Untugend, weil sie den Anforderungen anderer tugenden wirderspricht. Lessing läßt keinen Zweifel daran, daß er im Prinzip die Ehrenhaftigkeit Tellheims positiv wertet. In einer Reihe von Episoden wird Tellheim als ein Mann höchster Tugendhaftigkeit gezeichnet, dem sofort die sympathie der Zuschauer sicher ist. Es ist in fast unglaublichem Maße edel, wie der in Not geratene Tellheim der ebenfalls Armut leidenden Witwe Marloff das ihm zustehende Geld schenkt und mit welcher noblesse er es tut.
Die Ehre des Majors ist nicht nur eine Folge seines Berufs als preußischer Soldat. Dieser Stand setzt ihn zwar ganz besonderes auch von äußeren Konventionen her in die Notwendigkeit, entsprechend dieser Tugend zu handeln. Bei Tellheim glaubt man aber, daß sie ein tiefer Bestandteil seines Charakter ist, daß all sein Tun sich immer wieder um diesen einen Angelpunkt bewegt.
Wenn nun seine Ehrenhaftigkeit gerade nach der edelsten Tat angezweifelt wird, ist Tellheim im Kern seiner Existenz getroffen. Er will Minna nicht in sein Elend hineinziehen. Er ist nich meht der, als den sie ihn kennengelernt hat. Seine Ehre kann er jetzt nur noch beweisen, idem er auf das Liebste verzichtet. Dabei spielt es keine Rolle, ob er selbst ein gutes Gewissen hat. Seine Existenz wird dadurch, daß ihre Grundlage angezweifelt wird, auf eben diesen einen Punkt verengt. Tellheim sieht nur noch ein Problem und er ist mehr in der Lage, zwischen der eigenen Ehrenhaftigkeit und anschein der Ehre in den Augen der Welt.
Hier nun stezt der Lernprozeß ein, zu dem Minna ihren Verlobten mit einer weiblichen List zwingt. Sie will ihm zeigen, daß Ehre absurd wird, wo sie Selbstzweck wird. Wenn sich eine Tugend zu einem Begriff ohne lebendigen Inhalt verhärtet, wenn man Ehre um der Ehre willen und nicht im Dienst des Menschen will, wird sie unsinnig. Sie kann sich sogar ins Gegenteil verkehren, Schmerz und Beleidigung nach sich ziehen; so wenn Tellheim aus einer verhärteten Haltung heraus die Hilfe Werners ablehnt und diesen in seiner Ehre kränkt, oder wenn er die Liebe Minnas ausschlägt und ihr damit den Lebenssinn nimmt. Ein Tellheim, der allein für äußere Ehre auf Minnas Hand verzichtet – um nicht als der arme Mann einer reichen Frau dazustehen – kommt in Konflikt mit dem Recht Minnas ihre Liebe.

7. “Ist Minna von Barnhelm ein Lustspiel?”

Welche Intentionen er mit seinem Lustspiel verfolgte, sagt Lessing im 28. und 29. Stück der Hamburgischen Dramaturgie: “Jede Ungereimtheit, jeder Kontrast von Mangel und Realität ist lächerlich. Aber lachen und verlachen ist sehr weit auseinander. Wir können über einen Menschen lachen, bei Gelegenheit seiner lachen, ohne ihn im geringsten zu verlachen”. “Der wahrer allgemeiner Nutzen einer Komödie, liegt in dem Lachen selbst; in der Übung unser Fähigkeit, das Lächerliche zu bemerken”. Diese Gedanken hat Lessing in “Minna von Barnhelm” in gradezu idealer Weise in die Wirklichkeit umgesetzt. Hier verlacht man den Helden nicht, hier lächelt man über den Kontrast zwischen seinem Tugendanspruch und der Realität. Lachen über Tellheim ist ein gesundes, warmherziges Lachen, das auch nicht ganz ohne moralische Wirkung ist; siehe, sagt Lessing, wo der Mensche seine Tugenden nicht an der Welt mißt, werden sie zum Selbstzweck und damit sinnlos, also lächerlich.
Wie schon der Doppeltitel “Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück” nicht mehr den konventionellen Sinn hat, dem Namen der Hauptpersonen erklärend das Thema des Stückes zuzuordnen, sondern ein dialektisches Spannungsverhältnis ausdrückt, so ist Lessings Lustspiel insgesamt auf ein dialektisches Wechselspiel der Perspektiven gestellt. In dieses Wechselspiel gibt es Gradunterschiede des komischen, die ständisch begründet sind. Der feinere Humor der Minna ist natürlich ein wesenverschieden anderer als die kräftige Spaßmacherei eines Werner oder die Lustige Lustigkeit Franziskas.
Und die Handlung selbst; ist sie etwa nicht lustspielhaft? Man sollte doch nicht vergessen, daß schon die Ursituation des Stückes komisch ist; man könnte sie kurz umschreiben mit “Viel Lärm um nichts.” Die komplizierten Umstände machen erst das Lustspiel möglich. Hätte der Bote des Königs Tellheim rechtzeitig gefunden, er hätte rehabilitiert und glücklich vor seine Minna treten und ihr nur noch von vergangenen Sorgen berichten können. Aber hier wird eine zeitlang so gespielt, als sei alles blutiger Ernst, und am Ende gibt es in schöner Harmonie die Auflösung.

8. “Gestaltung und Sprache/ die drei Einheiten”

Die Gestaltung und der Aubau der Handlung haben ein wichtige Aufgabe in dieser Komödie. Lessing hat aus einem “Samenkorn von Stoff” eine Spannung gezaubert, die vom ersten Moment bis zum Ausklang anhält. Nie wird der Zuschauer aus seinem Interesse entlassen. Aus einer einfachen Anmerkung Justs in der ersten Szene wird die Situation Tellheims dann schon im Gespräch mit dem Wirt deutlicher, ohne daß Hintergründe offenbart würden. Schon hier kommt – verbal – die Dame ins Spiel. Am Ende des zweiten Aktes ist der große Augenblick, in dem beide aufeinanderzufliegen. Aber die Glückseligkeit endet schroff; Tellheim flieht, dessen Elend wir noch nicht kennen. In dieser Spannung hält uns Lessing nun geschickt. Das Spiel verlagert sich auf die Nebenpersonen. Das große Thema klingt in dem Gespräch zwischen Franziska und Just wieder an. Eine weitere Themenvariation ist die Begegnung Tellheim-Werner und Minna-Franziska. Im nächsten Aufzug wird angedeutet, wie das Spiel Minnas aussehen wird. Aber das Ganze kann noch kein Ende finden. Und wieder ist der Spielbal der Ring. Aber bevor Minna fast zu weit gegangen wäre, löst sich die Situation. Nicht mit der großen Versöhnungsszene, sondern mit den Nebenfiguren läßt Lessing das Stück ausklingen.
Sprachlich hat sich Lessing an keine einzwängende Versform gehalten. Seine Personen agieren in freier Rede. In dem Dialog herrscht allenthalben der wahre ungekünstelte Ton des Umgangs; er hat die verschiedenen Redensarten des höheren und niedern Standes, die eigenthümlichen Wendungen der Sprache überhaupt, und die besondern Inversionen und Ausdrücke der Leidenschaft und der Launa vollkommen in seiner Gewalt. Seine Personen reden beständig munter, unterhaltend, charakteristisch; alles was sie sagen hängt ohne ängstliche Verbindung in der verschönerten Unordnung wirklicher Gespräche aneinander. Sie locken sich die Antworten ab, unterbrechen sich oft, und zwar beständig da, wo sie sollen.
“Minna” hat ein tönereiches Dialog; von der pöbelhaften Stil des Reitknechts zur grazie in Minnas Mund und zum Ernste Tellheims. Die abstufung der Sprache nach dem Charakter der Lebenstellung und dem Geschlecht der Personen. Wie fein unterscheidet sich Franziskas geplauder zum Beispiel von der Redegewandtheit Minnas.
Lessing hat sich in “Minna von Barnhelm” an die drei Einheiten des Ortes, der Zeit und der Handlung gehalten, die die französische Dramaturgie seit dem 17. Jahrhundert aus der Kunstauffassung der Antike abgeleitet hatte. Graf Bruchsall spricht aus daß seit der Ankunft Minnas in Berlin erst vierundzwanzig Stunden vergangen sind. Die gesamte Handlung vollzieht sich im Wirtshaus in zwei benachbarten Räumen. Die Einheit der Handlung ist gewahrt, weil das ganze Stück von seiner ersten Szene an auf die Lösung des Konflikts zustrebt, wenn auch mit kleinen Abweichungen auf andere Personen hin, die jedoch alle in Verbindung mit den Hauptakteuren stehen. Hatte sich Lessing zwar in seinen theoretischen Schriften gegen zu streng ausgelegte formalistische Forderungen gewandt, unterwarf er sich hier freiwillig diesen Beschränkungen einer stärkeren Konzentration auf das Wesentliche zuliebe.

9. “Zeitnähe/Zeitkritik”

Kaum war das Stück “Minna” heraus, da war es auch schon ein Politikum. Der Schriftsteller und Verleger Freidrich Nicolai bemängelte schon vor Ausgabe des Druckes, es seien viele Stiche auf die preußische Regerung in dem Lustspiel, die er als preußischer Untertan nicht gutheißen könne. Die Genehmigung zur Uraufführung der Komödie in Hamburg wurde erst nach langen Verhandlungen mit dem Magistrat und dem preußischen Gesandten möglich. Für damalige Verhältnisse muß es ein ganz unglaublicher Vorgang gewesen sein, die herrschenden Verhältnisse mit so spitzer Kritik zu bedenken.
Das Lustspiel ist doch ein echters Nachkriegswerk. Die damaligen Zuschauer wußten aus egenem Erleben das Schicksal einer Witwe nach zuvollziehen, wußten die Not eines abgedankten Offiziers mitzuempfinden. Tellheim bekam, da er Krieg zuende war, plötzlich keine Ehrerbietung und keinen Kredit mehr. Aber auch nach der Rehabilitation ist die Skepsis geblieben; “Die Dienste der Großen sind gefährlich und löhnen der Mühe des Zwanges, der Erniedrigung nicht, die sie kosten.”
Diese Worte – zur Zeit des Absolutismus, aus dem Munde eines Untertan – werden nicht gerade das Wolhgefallen der Oberen ausgelöst haben. Auch die krasse Zeichnung des Wirtes als königlicher Spion wird dem preußischen Höf nicht sehr angenehm gewesen sein; aber es war damals doch üblich.
Einen Seitenhieb hat Lessing deutlich denjenigen Soldaten zugedacht, die sich dem Söldnertum verschrieben hatten und den Krieg zu ihrem Handwerk machten. Daß er dabei den überall dienenden Franzosen besonders schlecht hat wegkommen lassen, ist eine Rache aus seiner persönlichen Situation; wurde ihm doch wegen französchiser Umtriebe die Stelle eines Bibliothekars in Berlin verweigert.
Besonders delikat ist nun die zweifach “Liebesbindung zwischen einem Preußen und einer Sächsin. Dabei tragen die im Krieg unterlegenen Sachsen den Sieg davon.

10. “Aufgeklärte Dichtung”

Neben diesen zeitkritischen Aspekten machen sich auch Gedenkengänge bemerkbar, die dem Geist der Aufklärung entstammen. Emanzipierte Frauen, Gleichwertigkeit von Mann und Frau, stark vernuftbetontes Denken – dies alles lebt aus der Aufklärung und weist auf das Ideengut hin, das in der französischen Revolution gipfelte.
Zum beginn der Aufklärung hatte das deutsche Theater kaum Eigenes zu bieten. Die Schauspielentruppen führten meist Stegreif- und Hanswurststücke auf, ohne sich an feste formen oder Worte zu halten. Im ersten Drittels des 18. Jahrhunderts wurde die französische Theaterkultur in alle Teile Europas getragen. Dagegen war das Deutsche Reich politisch wie – daraus resultierend – kulturell zersplittert.
Da der von Versailles geprägte, klassizistische Spielstil an die deutschen Höfe gelangt und das Französische modern geworden war, übernahmen auch die deutschen Ensembles dieses Vorbild. Die deutschen schauspieler fühlten an den Text des Dichters gebunden. Mit dem Vers-sprechenden war eine neue Richtung in die deutschen Theater gekommen, die auf das Erhabene und das Pathos Zielte. Mit der Vertreibung des Hanswurst, entstand jedoch eine tiefe Kluft zwischen Volks- und Bildungstheater.
Diese Überfremdung brachte aber warnende Rufer hervor in deren Augen das dichterische Schaffen eine rein verstandesmäßige Tatigkeit war, in der Gefühl und Phantasie nichts zu tun hatten. Hier setzte nun die Kritik Lessings ein, der zur geistesrichtung des Rationalismus gehörte (der ganz dem kritischen Verstand verpflichtet war). Er erwartete vom Drama, daß es die Menschen zur Einsicht und Besserung bringen sollte. Die kunst sollte aber nach dem Willen Lessings vom rein Formalistischen befreit werden, Wirklichkeit und Lebensnähe wiederspiegeln. An die Stelle des reinen Verstandes setzte Lessing die Vernuft, mit der Aufstellung der Ideale Menschenwurde und Toleranz schlug er bereits die Brücke zur Klassik. Lessing erreichte sehr viel mit seinen Werke. Sein “Hamburgische Dramaturgie” befreite das deutsche Drama von der französischen Abhängigkeit. Er schuf mit “Minna” das erste große nationale Lustspiel und setzte mit “Nathan der Wiese” ein geistiges Fanal für Toleranz und Humanismus.

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