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Datum ingestuurd: | 17 juli 2001 |
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I. Einleitung:Das Problem Jugendalkoholismus und Drogen
Das Thema ‘Jugendalkoholismus und andere Drogen’ ist sehr aktuell. Heutzutage sind viele Jugendliche süchtig nach Drogen und Alkohol und läβt die Gesundheit der Jugend täglich nach. Warum kann die Jugend keinen Wiederstand leisten an die Drogen und Alkohol? Und ist es wirklich so gefährlich wie wir alle denken oder wird es uns nur aufgeschwatzt?
Tagein, Tagaus... Alltag. Dies ist das, was die meisten Jugendlichen an der Schule beklagen. Umso mehr freuen sie sich dann auf die wöchentlichen Kurzferien namens Wochenende. Was man nun mit diesen zwei Abenden am Freitag bzw. Samstag macht, ist in den höheren Klassen der Schule schon gar nicht mehr die Frage, eher schon, wo man trinken geht. Das Wochenende ruft, der Alkohol läuft. Die sonst so indifferent eingestellte Jugend von heute ist bei mindestes 1,0 Promille, wenn die tiefgehenden Gespräche über Freundschaft, Frauen und Männer, Politik und sonstige philosophische Probleme beginnen. Diese enden dann meistens eine Promille höher über einer Kloschüssel, doch bis zu einem gewissen Punkt konnte man an diesem Abend wenigstens die Anfänge eines sozialen Handelns erkennen, das ungeschriebene Gesetz der Freundschaft von Trinker zu Trinker, die am nächsten morgen dann im blauen Dunst verschwunden ist.
II. Was ist eigentlich Jugend? Wir könnten nicht über jugendliche Süchtigen sprechen wenn wir nicht genau wissen wen wir meinen. Auch bräuchten wir den Begriff gut zu verstehen, wenn wir analyseren möchten woher die Erscheinungen wie Sucht kommen. Der Begriff Jugend in unserem Sinn ist vielen Kulturen fremd. Die Firmung ist noch ein Überbleibsel von Ritualen, durch die man früher - nach relativ kurzer Vorbereitungszeit - vom Kind zum Erwachsenen wurde. Wie jeder Übergang von einer Lebensphase in eine andere ist auch Jugend als Krise zu verstehen, die bei uns - aus Mangel an solchen Riten - relativ lange andauert.
Wenn Erwachsensein dadurch definiert ist, dass jemand sein eigenes Geld verdient, seine Existenz sichern kann, eine stabile Partnerschaft hat und auch für andere Verantwortung übernimmt, so kann bei bestimmten Gruppen das Jugendalter bis zum 25. Lebensjahr oder länger dauern. In dieser Zeit herrscht oft eine große Unsicherheit über Rollen und Identität. Kindliche Verhaltensweisen und die gewohnten Beziehungen sind nicht mehr angemessen, ein neues Repertoire noch nicht ausgebildet. Zu den Lebensaufgaben dieser Phase gehört vor allem die Ausbildung einer persönlichen stabilen Identität, die Auseinandersetzung mit Sinn und Wertfragen, der Erwerb sozialer und beruflicher Fähigkeiten und Selbständigkeit. Die Umwelt bietet heute dazu keine klaren Orientierungslinien. Durch die notwendige Abwendung vom Elternhaus ist die Beziehung zur Welt der Erwachsenen - von beiden Seiten gesehen – widersprüchlich, von Anpassung und Widerstand geprägt.
Jugendliche sind allerdings meist mit einem erstaunlichen Maβ an Lebenswillen, Neugierde, Experimentierfreude und Kreativität ausgestattet, die es ihnen ermöglicht diese Krise zu bewältigen. Dazu gehören auch Bedürfnisse nach Rausch, Ekstase und elementaren Erfahrungen. Die Risiken liegen in Verunsicherung, Orientierungslosigkeit, Ängsten und unerfüllten Sehnsüchten. Unterstützung finden Jugendliche in dieser Krise vorrangig in Gruppen Gleichaltriger und eigener kultureller Werte, der Subkultur.
III. Das Unterschied zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholkrankheit.III.1 Die definition des Alkoholmissbrauches Man versteht unter Alkoholmissbrauch Alkoholkonsum, der das kulturell und gesellschaftlich festgelegte Normalmaβ erheblich übersteigt - oder ein Ausmaβ von Konsum, der auf die Dauer zu physischen, sozialen und psychischen Schäden führt. Hiervor gibt es gesellschaftliche, kulturelle und individuelle Ursachen. Die jeweilige Kultur definiert, zu welchen Gelegenheiten, wieviel Alkohol erlaubt und üblich ist. Der Preis des Alkohols beeinflusst den Konsum. Das Ausmaß von Freizeit, Feiertagen. Wenn Alkoholkonsum als "Löser" gesellschaftlicher Probleme kulturell akzeptiert ist, steigt der Alkoholkonsum mit der Menge gesellschaftlicher Probleme. Je nachdem wie stark jemand dazu neigt, über die Stränge zu schlagen entsteht auch verstärkt die Neigung zum Missbrauch.
Vermehrter Alkoholkonsum ist jedoch nicht nur auf Realitätsflucht und Wunsch nach Stimmungsveränderung zurückzuführen.
In unserer alkoholpermissiven Gesellschaft sind alkoholische Getränke immer verfügbar. Die Werbung empfiehlt Alkoholkonsum nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern regelmäßig und nahezu zu allen Speisen und in allen Lebenslagen. Massenmedien demonstrieren Alkoholkonsum im Zusammenhang mit freudigen Anlässen, Konferenzen und diskussionen. Für zahlreiche Bundesbürger ist Alkohol somit zu einem täglichen Getränk, besonders zu den Abendmahlzeiten (25%) und zum Fernsehen (39%) geworden. Darüber hinaus trinkt die Mehrzahl bei festlichen Anlässen, am Stammtisch, in der Skatrunde und auf Parties. EinTeil (ca. 8%) trinkt bereits regelmäβig am Arbeitsplatz. Häufig wird das Trinkverhalten des Umfeldes einfach imitiert, ohne eine eigene Entscheidung zu fällen. Als Ursache für vermehrten Alkoholkonsum werden weiterhin Reizüberflutung, Verwöhnung und auch gesättigte Langeweile diskutiert.
III.2 Die definition der Alkoholkrankheit Man versteht unter Alkoholkrankheit Kontrollverslust schon bei geringen Mengen von Alkohol. Die Betroffenen sind dann unfähig, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren und aus eigenem Willen zu beenden. In der akuten Phase: Dosissteigerung. Entzugserscheinungen bei Trinkpausen, so dass weiterer Alkoholkonsum notwendig wird. Personenbezogene, denn nicht alle Alkoholmiss-brauchenden Personen werden alkoholkrank. Drei wesentliche Faktoren:
Der Alkohol: Harte, aber legale und gesellschaftlich akzeptierte Droge, die eine enthemmende, entspannende, angstmindernde und sedierende Wirkung hat und ein beachtliches Abhängigkeitspotential mit körperlicher und seelischer Abhängigkeit in sich birgt.
Die Person: Neben seelischen Grundstörungen wurden auch individuelle körperliche Faktoren, z. B. OrganStoffwechselveränderungen und genetische Dispositionen als mögliche Ursachen der Alkoholabhängigkeit in Betracht gezogen. Das soziale Umfeld: Mit der Menge des kulturell und gesellschaftlich üblichen Alkoholkonsums steigt auch das Risiko, alkoholkrank zu werden. Beschäftige von Brauereien, Baubetrieben und Transportberufen scheinen besonders alkoholismusgefährdet zu sein. Die Ursprungsfamilie ist in der regel nicht nur Ort der ersten Alkoholerfahrung, sondern hat auch eine wesentlichen Einfluβ auf Einstellung zum Alkohol und Trinkverhalten. Daraus schließt die Psychoanalyse auf eine Verursachung durch die Familienkon-stellation. Die Soziologie sucht die Ursachen im Umfeld. Die physiologie in der körperlichen Eigenart.
IV.Theorien über die Entstehung der Alkoholkrankheit IV.1 Psychoanalytische Theorien Sie gehen von einer idealtypische frühkindlichen Entwicklung aus und erklären die Sucht aus einer Abweichung von diesem Modell. Für den Psychoanalytiker ist somit nicht der Alkohol oder die Droge das Entscheidende bei der Suchtentstehung, sondern die Presönlichkeitsstruktur des Süchtigen. Die frühkindliche Störung führt dazu, dass die Sucht eine Art Selbstbehandlung wird und eine rationale antwort auf die Situation ist. Eine weitere Erklärung ist: Bei Menschen, die an Ich-Schwäche leiden und von einem übermächtigen Über-Ich bedroht sind, das gegen ein ebenso mächtiges Es kämpft, wird das Über-Ich durch Alkohol gedämpft und so das schwache Ich bereit.
Die kritische Einschätzung laut: Bei empirischen Untersuchungen, ob die von der Psycho-analyse als ursächlich für die Sucht angenommenen Persönlichkeitsmerkmale nur bei Alkoholikern auftreten oder auch bei vielen anderen, die nicht alkoholkrank werden. Keine der experimentellen Untersuchungen konnten eine solche eindeutige Zuordnung einer alkoholkrankmachenden Persönlichkeitsstruktruktur nachweisen. Bei einer Längsschnittuntersuchung an 650 Jungen, von denen 29 alkoholkrank wurden, waren in der Kindheit und Jugend keine gemeinsamen
Auffälligkeiten festzustellen.
IV.2 Lerntheoretische ModelleDie lerntheoretischen Modelle fragt nicht nach der Persönlichkeit, sondern nach der Funktion, die der Alkohol im Leben des Süchtigen hat. Für sie ist die Sucht ein erlernbares Verhalten, das den Lerngesetzen unterliegt. Diese gehen auf die Lehre von Pawlow über defingte Reflexe, die Lerntheorie von Hull und auf Skinners Reiz-Reaktions-Verstärkung zurück. Demnach wird die Reaktion gelernt, die ein unmittelbares biologisches Bedürfnis - also auch Spannungs- und Angstzustände - vermindert, somit Belohnung wirkt, so dass beim erneuten auftreten solcher Bedürfnisse die erfolgreiche Reaktion wieder durchgeführt wird. Nach Skinner ist entscheidend, ob der Alkoholkonsum als Belohnung erlebt wird. Dann wirkt er als Verstärker und wird immer mehr zur Gewohnheit. Für lerntheoretische Konzepte ist Alkoholabhängigkeit nicht Krankheit, sondern erlerntes abweichendes Verhalten, das von Lebens- und Sozialisation-bedingungen mitbestimmt wird.
Kritische Bemerkungen: Wenn Alkoholkrankheit erlernt wird, dann müsste der gleiche Prozess auch wieder zum Umlernen führen. Sobald die Unlusterlebnisse die Lusterlebnisse überwiegen - und das ist bei einem chronischen Alkoholkranken in der akuten Phase zweifellos der fall -, müsste das Alkoholtrinken wieder verlernt werden und die Kranken müssten das kontrollierte Trinken wieder erlernen. Es sind bisher jedoch keine Berichte über wiedererlangte Fähigkeit zum kontrollierten Trinken bei Alkoholkranken auch bei einer kritischen Prüfung als haltbar bestätigt worden. Die Alkoholkrankheit lässt sich nicht verlernen. Die Alkoholkrankheit ist eine lebenslange Krankheit die sich auch nach vielen Jahren von enthaltsamkeit nicht verliert.
IV.3 Theoretisches Modell der TransaktionanalyseBerne, der Vater der transaktionsanalyse, beschrieb Alkoholismus als psychologisches Spiel, an dessen ende der Spielgewinn mit Belohnung und Verstärkung stehen. Alkoholiker beziehen als wichtigste Mitspieler den 'Verfolger' (Nörgler) und den 'Retter' in ihr Spiel ein und ergänzen diese nicht selten mit dem 'stummen Helfer' und dem 'Verbindungsmann (Wirt, Barmixer)'. Der Spielverlauf vermittelt dem Alkoholiker Zuwendung, gestattet ihm, Intimität und Verantwortung zu vermeiden und bestätigt. Aber auch alle anderen spielen ihre Rollen und fühlen sich durch den Gewinn ihres Spielparts bestätigt.
So bleibt die Spielsituation stabil.
Ganz ähnlich argumentieren die systemischen Ansätze. Nach ihnen müssen die Beteiligten darauf achten, dass sie sich nicht in das Spiel des alkoholkranken hineinziehen lassen. Nach Berne braucht der Alkoholiker zunächst die 'Erlaubnis', mit dem Trinken aufzuhören und anschließend einen Vertrag mit seinem erwachsenen-ich, den Alkohol zu lassen." Analysen des Spieles bringen ihn nicht vom Alkohol ab. Er kann sich jahrelang analysieren lassen, solange er nur
dabei weitertrinken darf.
IV.4 Physiopathologische TheorienIV.4.1 AllergietheorieSie galt zu beginn dieses Jahrhunderts in wissenschaftlichen Kreisen. Es lassen sich jedoch bei alkoholkranken keine Antikörper gegen Alkohol nachweisen, noch gibt es die typischen allergischen reaktionen. Die theorie muss also verworfen werden.
IV.4.2 Neuere biologische ErkenntnisseDie Ursache der Alkoholkrankheit, die bei manchen Menschen auch bei geringem Missbrauch ausbricht, während sie bei anderen auch nach jahrzehntelangem schwerem Missbrauch nicht auftritt, ist noch nicht bekannt.
Folgende Ergebnisse sind jedoch bekannt:
Schon in den 60er Jahren gelang die Züchtung von "Trinkermäusen". Sie bevorzugen nicht nur Alkohol, sondern ihr Organismus verarbeitet auch den
Alkohol anders als die alkoholvermeidenden Mäuse.
Menschengruppen mit unterschiedlicher Physiologie reagieren unterschiedlich auf Alkohol: Mongolische Menschen reagieren empfindlicher aus Alkohol als europäer. Über 50% von ihr zeigt nach Alkoholkonsum eine starke
Gesichtsrötung (flushing syndrom).
Verschiedene Stämme der Versuchstiere zeigen erhebliche Unterschiede bei der Entwicklung funktioneller Toleranz gegenüber Alkohol. Es ist möglich, daß die verschiedenen, genetisch gesteuerten Empfindlichkeiten gegenüber Alkohol auf unterschiedliche Membranzusammensetzungen zurückgehen. Membrane sind die Trennwände zwischen den Zellen, durch die Stoffe diffundieren (durchsickern) und durch aktiven Transport befördert werden. "Es besteht kein Zweifel, dass das Belohnungsystem (das endophine - körpereigene Opiate ausschüttende - System) eine wichtige Rolle bei der Suchtentwicklung einnimmt und seine verminderte Aktivierung sich als eine Disposition zur Abhängigkeit erweist.
Es kommt hinzu, dass chronischer Alkoholkonsum die Rezeptoren für körpereigene Opioide besetz werden und nicht mehr richtig funktionieren. Der Alkohol muss danach die körpereigenen Opioide ersetzen, die Sucht ist gegeben. Die immer wieder bestätigte bleibende Unfähigkeit Alkoholkranker (nicht Alkoholmißbraucher), Alkohol kontrolliert zu trinken, könnte daran liegen, daß sich eine nach chronischem Alkoholkonsum eingetretene Konformationsänderung an der Eingangsseite der Opiatrezeptoren nach erneutem Alkoholkonsum in kurzer Zeit wieder einstellt, so daß eine Nulldiät in bezug auf Alkohol notwendig wird. Folgerung war ein Medikament, das den Trinkdruck deutlich vermindert.
Alkohol schiebt sich als Hemmer zwischen die Nervenzellen und behindert die Übertragung des Nervenimpulses durch die Neurotransmitter. Um diese Hemmung auszugleichen erhöhen die Zellen die Öffnungen, mit denen Neurotransmitter ausgeschüttet und die mit denen sie aufgenommen werden. Die Zelle funktioniert also nur noch in gegenwart von Alkohol normal. Beim Weglassen von Alkohol kommt es zu einer starken Übererregung, was ein starkes Verlangen nach Alkohol im Entzug auslöst. Rezeptoröffnung hat auch enge Beziehungen zu Lernvorgängen. Der Belohnungsanreiz endogener Opioide verstärkt.
All diese physiologischen Unterschiede könnten Ergebnis einer Reihe genetischer Dispositionen sein. Nahezu alle Familienstudien zeigen eine Häufung von Alkoholabhängigkeit für leibliche Verwandte. Die Mehrzahl der Studien belegen, dass genetische Faktoren bei der entwicklung von Alkoholabhängigkeit mitwirken. Somit ist von einer multifaktoriellen Genese des Alkoholismus auszugehen. dafür spricht, dass bei eineiigen Zwillingen alkoholkranker Eltern die Alkoholismusrate nicht 100% erreicht, sondern nur zwischen 40-60% liegt. Wahrscheinlich existieren mehrere genetische Faktoren. Söhne von Alkoholkranken, die in einer Adoptivfamilie aufgewachsen waren, entwickelten viermal häufiger Alkoholkrankheit als Adoptivsöhne von nicht alkoholkranken Eltern. Sie zeigten jedoch keine auffallenden Unterschied hinsichtlich nichtalkoholbedingter psychischer Störungen. Wegadoptierte Alkoholikersöhne entwickelten dagegen im Vergleich mit ihren Brüdern die bei ihren alkoholkranken Eltern im alkoholischen Milieu aufgewachsen waren, gleich häufig Alkoholabhängigkeit.
V. Was versteht man eigentlich unter Drogen?Ursprünglich verstand man unter Drogen alle Stoffe, die eine Wirkung auf den Menschen haben, wie etwa Heilkräuter. Daher der Ausdruck "Drogerie".
Heute versteht man darunter Stoffe, die das Erleben, die Befindlichkeit und Wahrnehmung beeinflussen, also munter machen oder beruhigen, die Angst nehmen, den Schlaf fördern, das Wohlbefinden steigern, Schmerzen betäuben, die Leistungsfähigkeit steigern: dazu gehören etwa Alkohol, Opiate, Kokain, Kaffee, Tabak und verschiedene Gruppen von Medikamenten. In nahezu jeder Kultur, in jeder Epoche wurden solche Substanzen konsumiert, wenn auch die Einnahme und Verwendung oft strengen Ritualen unterworfen war.
Drogen können Medikamente sein, Genußmittel, Rauschmittel, Bestandteil sakraler oder sozialer Rituale, tödliche Gifte, zerstörerische Suchtmittel. Abgesehen von ihrer unmittelbaren Wirkung symbolisieren sie gesellschaftlichen Status, soziale und kulturelle Zugehörigkeit, Wohlbefinden. Neben der Dosis sind vor allem persönliche Motive und Hintergründe und gesellschaftliche Normen maβgebend für die Bewertung des Drogengebrauchs.
Die Gewohnheit, Probleme mit chemischen Mitteln aber auch mit bestimmten Verhaltensweisen unsichtbar zu machen, der daraus resultierende Missbrauch, können zur Dauerstrategie werden. In diesem Prozess kommt es zu einer zunehmenden Einengung und Verlust von Möglichkeiten das Leben zu gestalten und zu bewältigen. In dem Ausmaß, wie die Möglichkeiten eingeschränkt werden, geht die Kontrolle über das Suchtverhalten verloren. Wie bei allen Verhaltensweisen spielt die Wirkungsweise der Drogen auch hier eine Rolle. Vor allem Opiate wie Heroin, Alkohol und Beruhigungsmittel können auch eine körperliche Abhängigkeit hervorrufen.
Bei einem andauernden Gebrauch wird immer mehr von der Droge benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Der Organismus gewöhnt sich daran und "hungert" geradezu danach, wenn dieser Stoff abgebaut wird und es entstehen äußerst unangenehme körperliche Begleiterscheinungen, die den starken Wunsch nach Wiedereinnahme hervorrufen. Die Entwicklung der körperlichen Abhängigkeit dauert beim Alkohol relativ lange, so daß Jugendliche nur sehr selten davon betroffen sind, bei Medikamenten und vor allem beim Heroin treten diese Symptome wesentlich schneller ein. Diese sogenannten Entzugserscheinungen können bei einer Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit sogar zum Tod führen. Doch die körperliche Abhängigkeit ist nicht der wesentliche Motor, der ein Suchtverhalten antreibt. Ein Entzug ist medizinisch entgegen der allgemeinen Vorstellung relativ rasch durchführbar und dauert bei Heroin nicht wesentlich länger als eine Woche.
Im Gegensatz zum Gesetzgeber, der die Vergabe bestimmter Stoffe regelt oder untersagt und einige Drogen als Suchtgift definiert unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation für die Diagnose von Abhängigkeit oder schädlichen Gebrauch nicht zwischen legalen und illegalen Drogen sonder nennt neben Halluzinogenen (LSD), Opiate, Cannabis (Haschisch) und Kokain, auch Alkohol, Tabak, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Aufputschmittel einschließlich
Koffein und flüchtige Lösungsmittel.
Wenn man Kaffeesüchtig sei wäre man "drogensüchtig", weil auch Kaffee ein Droge ist. Tabak ist ebenso ein Droge. Wenn wir die erste Frage "Was ist Jugend?" kombinieren mit der Zweite, sehen wir, daß die Lösung vor Jugendproblemen Drogen seien; weil Drogen das Erleben, die Befindlichkeit und Wahrnehmung beeinflussen, also munter machen oder beruhigen, die Angst nehmen, den Schlaf fördern, das Wohlbefinden steigern, Schmerzen betäuben, die Leistungsfähigkeit steigern. Und das braucht Jugend genau. Wenn wir das verstehen ist es ganz deutlich wofür Jugend und Drogen so dicht mit einander verbunden sind. Die Jugendprobleme wurden einfach gelöst durch Drogen.
VI. Was ist los mit Drogen?Wenn Drogen Probleme lösen, dann bracht die Jugend Drogen und de Jugend ist auch wieder froh! Warum nicht? Weil man auch süchtig sein kann. Und dann kommen die Probleme erst richtig! Weil "süchtig" ist einfach ein Problem, und "Jugend" is auch ein Problem. Wenn wir da "süchtige Jugend" haben, haben wir zwei große Probleme! Aber was ist genau "süchtig"?
Wie viele Dinge im Leben, sind auch Drogen an sich weder gut noch schlecht - es kommt auf den Umgang damit an. Ein Messer kann ein Werkzeug sein, als silber-nes Tafelbesteck ein Statussymbol, als Taschen- oder Fahrtenmesser der Stolz eines Pfadfinders oder ein Mordinstrument.
VII. Studie über Alkoholverhalten Jugendlicher: Ostberliner Schüler trinken mehr.
Alkoholwerbung hat keinen Einfluss auf das Trinkverhalten Jugendlicher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bonn, die in Berlin vorgestellt wurde. Pubertätsprobleme und konfliktträchtige Eltern-Kind-Beziehungen seien die Hauptauslöser dafür, dass Jugendliche Zuflucht im Alkohol suchen, so der Leiter der Untersuchung, der Sozialpsychologe Reinhold Bergler. Für die Studie wurden 997 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren befragt.
Jugendalkoholismus is auch in Berlin ein wichtiges Thema. "Der Einstieg zum Trinken läuft hier sehr viel über das so genannte Geselligkeitstrinken - die Freunde trinken doch auch, sagen die Jugendlichen dann immer", weiß Dr. Heidrun Kahl, Sozialmedizinerin am Berliner Robert-Kochinstitut.
Katja, 16, Gymnasiastin aus Kreuzberg: "Zu Hause trinke ich gar nicht, das macht keinen Sinn. Am Wochenende auf Feten aber schon, um lustiger drauf zu sein." Auf der Getränkeliste der 14-Jährigen: Fruchtsaftgetränke mit drei Prozent Alkohol wie "Criss". In den Getränkekisten der Älteren: Sekt, Bacardi-Cola, Erdbeerbowle und Wodka. "Es gibt schon Klassenkameraden von mir, die sich richtig betrinken", sagt Katja. "Die finden das lustig, wenn sie später über der Toilette hängen."
Bereits Mitte der Neunziger Jahre hatte das Robert-Koch-Institut eine Erhebung bei 5300 Schülern der siebten bis zehnten Klassen an Berliner Schulen vorgenommen. Ergebnis: "Berlin ist ein sehr spezifisches Pflaster, weil Jugendliche hier durch das Großstadtmillieu vielmehrt Gelegenheit haben, an Alkohol zu geraten", so Frau Kahl. Die Zahl der Alkohol trinkenden Schüler in Berlin habe in den vergangenen zehn Jahren zwar abgenommen. Gleichzeitig stieg jedoch der Alkoholverbrauch um gut ein Drittel. Dieser Anstieg werde von fünf bis sechs Prozent "Vieltrinkern" verursacht.
Interessanterweise gibt es auch ein sehr starkes Ost-West-Gefälle. Derzeit trinken Schüler an Ost-Berliner Schulen fast doppelt so viel wie Schüler im Westteil. Gut 16 Prozent bezeichnen sich selbst dabei sogar schon als starke Trinker", was Kahl insbesondere auf die stärkere Akzpetanz von Alkohl in der früheren DDR zurückführt.
Riskogruppen für ganz Berlin sind vor allem männliche Hauptschüler der neunten und zehnten Klassen. Die Forscher mahnen nun Präventions bereits in der Grundschule an. Matthias Apel, Mitarbeiter im Drogenreferat bei der Schul-Senatsverwaltung erklärt, wie Eltern erkennen können, ob ihre Kinder übermäßig viel Alkohol trinken: "Die schulischen Leistungen lassen nach, soziale Kontakte beschränken sich nur noch auf eine bestimmte Clique, die Kinder sind auffallend gleichgültig oder fangen an, Alkohol zu bunkern."
Jugendalkoholismus: Der Einstieg ist noch gefährlicher als bei Erwachsenen. "Wenn jemand mit 15 anfängt, Alkohol zu trinken, dann kann sich eine Abhängigkeit bereits innerhalb von sechs Monaten entwickeln."
VIII. Trinken Männer mehr als Frauen?Was die Geschlechter angeht, so kann man kaum einen Unterschied ausmachen, außer dass Frauen, rein biologisch gesehen, 20% weniger als Männer trinken können. Besoffene Jungen werden oft ernst oder gar aggressiv, während Mädchen wohl lustiger und ausgelassener werden, so wenigstens waren meine Beobachtungen in den letzten Jahren. Am nächsten Tag folgt dann die uns allen so bekannte Reaktion des Körpers, der mit den schon abgebauten C2H5OH-Molekülen kämpft. Die Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und Durstgefühle, die mit dem unschuldigen Namen Kater bezeichnet werden, sind wohl das Sonntagsproblem Nummer 1.
IX. EntschlussAlkohol hat in unserer Gesellschaft - insbesondere für männliche Jugendliche - einen hohen Symbolwert von freiheit, Gemutlichkeit, Erwachsensein, Verbotenem, Stärke und Ausnahmesituation, dass es sehr schwer ist, diesem Symbolreiz etwas Adäquates entgegenzusetzen. Es gibt vielfältige Theorien über die Entstehung der Alkoholkrankheit. Sie hängt eng mit dem Alkohomissbrauch zusammen. Je ausgedehnter der Missbrauch ist, desto wahrscheinlicher bricht die Alkoholkrankheit aus.
Das Problem ist jedoch, dass nicht alle chronischen Missbräuchler auch alkoholkrank werden. Es muss also einen zusätzlichen Faktor geben. Als Erklärung werden physiologische Ursachen angenommen: Veränderungen in den Zellmembranen, Mangel an Endophinen oder Endorphinrezeptoren oder Veränderungen in der Endorphinproduktion und Veränderungen bei den Neurotransmitter. Für diese physiologischen veränderungen werden vielfältige genetische Dispositionen vermutet. Dafür sprechen Adoptionsstudien, in denen adoptierte Söhne aus Alkoholikerfamilien in nichtalkoholischen Familien viermal so häufig alkoholkrank wurden wie ihre Geschwister, deren Eltern nicht alkoholkrank geworden waren.
Jugendtreffs können suchtgefährdete Jugendliche frühzeitig motivieren, sich bei der Stelle zu melden. Für die Suchtberatung ist es wichtig, dass Sozialarbeiter in den Treffs von Zeit zu Zeit präsent sein. Jemand der A.A. kennt, hat bestimmt auch eher den Mut, sich zu melden. Der A.A. unterstehen der Schweigepflicht und die Beratung ist kostenlos.
Quellenverzeichnistile.net search.mailgate.org bcnet.upc.eswww.alcoholism.about.cominfoseek
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